beobachtete und erwartete Prävalenzen

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

beobachtete und erwartete Prävalenzen

Beitragvon Nexuss » Fr 13. Mär 2015, 11:00

Ich hoffe, es kann mir jemand helfen. In einer Studie wurde das gemeinsame Auftreten (clustering) von Lebensstilfaktoren untersucht. Das Clustern wurde berechnet über das Verhältnis von beobachteten und erwarteten Prävalenzen der Lebensstilfaktoren.
Erklärung im folgenden Text:
"Clustering of two or more risk factors was studied on the basis of ratios of observed and expected prevalence of one, two, three and four simultaneosly occurring risk habits. The expected proportion was calculated by multiplying the individual probabilities of each risk factor based on their occurrence in the study population. The difference between the observed and expected (O/E) was calculated"

Mir ist nicht klar, welches statistische Vorgehen dahinter steckt.

Hier noch die Ergebnisse, wie im Text beschrieben:
"The proportion of having four risk factors was higher than can be expected on the basis of the individual frequencies (O/E ratio 1.6). This indicates a 60 % increase in subjects with four risk factors over that wich would be expected if the risk factors were independent."

Kann mir jemand weiterhelfen? Danke schonmal.
Nexuss
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Re: beobachtete und erwartete Prävalenzen

Beitragvon PonderStibbons » Fr 13. Mär 2015, 11:45

Wenn A in der Population (gemeint ist womöglich die Stichprobe)
mit Wahrscheinlichkeit 20% auftritt und B mit Wahrscheinlichkeit
30%, dann sollte die Kombination A+B, FALLS diese unabhängig
voneinander sind, bei 0,2*0,3 = 0,06 (6%) von allen Personen auftreten.
"The proportion of having four risk factors was higher than can be expected on the basis of the individual frequencies (O/E ratio 1.6). This indicates a 60 % increase in subjects with four risk factors over that wich would be expected if the risk factors were independent."

Wenn die Wahrscheinlichkeit, dass 4 Risikofaktoren zugleich auftreteten,
bei deren Unabhängigkeit z.B. 30% * 50% * 40% * 50% = 3% beträgt, sie in der
Stichprobe allerdigs 4,8% gefunden haben, dann wäre die "Ratio" = 1.6.

Viel Sinn ergibt das, was in den kurzen Ausschnitten steht, allerdings nicht,
z.B. kann man es ohne Berücksichtigung der Stichprobengröße weder
interpretieren noch testen.

Mit freundlichen Grüßen

P.
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Re: beobachtete und erwartete Prävalenzen

Beitragvon Nexuss » Fr 13. Mär 2015, 15:25

Die Stichprobe umfasst ca. 16000 Teilnehmer. Was sagt mir das das Verhältnis der beobachteten und erwarteten Werte? Der beobachtete Anteil war höher als der erwartete. Was fange ich damit an? Das sagt mir doch nicht, dass die Risikofaktoren abhängig sind, also geclustert auftreten?
Nexuss
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Re: beobachtete und erwartete Prävalenzen

Beitragvon PonderStibbons » Fr 13. Mär 2015, 15:55

Was sagt mir das das Verhältnis der beobachteten und erwarteten Werte?

Für sich genommen nichts. Bzw. nicht viel. Aber ich weiß wie gesagt nicht mehr
als das, was in den 2 Ausschnitten steht. Normalerweise muss man das anhand der
in das Verhältnis eingehenden Fälle relativieren. Und vielleicht sollte man auch die
Raten ein wenig in Betracht ziehen, ein Verhältnis 1:1,6 wäre zu erzielen durch
eine Steigerung 1% auf 1,6% oder von 50% auf 80%.

Der beobachtete Anteil war höher als der erwartete. Was fange ich damit an? Das sagt mir doch nicht, dass die Risikofaktoren abhängig sind, also geclustert auftreten?

Die Kombination tritt häufiger auf, als es bei völliger Unabhängigkeit
zu erwarten gewesen wäre, also nimmt man einen Zusammenhang
an. Inwieweit das ein "Clusterung" rechtfertigt, weiß ich nicht.
Vielleicht schaust Du mal, was die Autoren an Referenzliteratur
angegeben haben.

Mit freundlichen Grüßen

P.
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