Beurteilung empirisches Untersuchungsvorhaben für Bsc.Thesis

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Beurteilung empirisches Untersuchungsvorhaben für Bsc.Thesis

Beitragvon Feal » So 30. Jun 2013, 20:56

Hallo liebes Forum,

ich bereite mich gerade auf meine erste empirische Arbeit (Bachelorarbeit) vor und würde gerne:

1) Euch mein Vorhaben grob vorstellen
2) Von euch gerne Ratschläge bzw. Beurteilungen bzgl. dieses Vorhabens entgegennehmen (Literaturempfehlungen, Tipps - ich nehme alles :lol: )

FYI: Ich habe bereits 2 Grundlagenvorlesungen Statistik (Deskriptiv und Induktiv) gehört und ansonsten auch hier und dort mit Statistik zu tun gehabt. Ein Grundverständnis ist vorhanden.

Zu 1: Ich möchte im Rahmen meiner Abschlussarbeit untersuchen, wie sich verschiedene Faktoren auf eine abhängige Variable auswirken. Genauer geht es darum zu untersuchen wie sich verschiedene Unternehmenskooperationen und deren Merkmale (Wie viele Unternehmen sind in der Kooperation enthalten, wie unterscheiden sich die Unternehmen etc pp...) auf den Innovationserfolg der einzelnen Firmen auswirken. Als Maß für den Innovationserfolg möchte ich gerne Patentanmeldungen als objektives Maß heranziehen.

In einem ersten Schritt würde ich die Patentanmeldungen aus entsprechenden Datenbanken extrahieren und aus zB. Annual Reports und Zeitungsberichten weitere Merkmale herausfinden. Das ist unproblematisch und hierzu habe ich auch bereits einen Schlachtplan usw erstellt :)

In meiner Analyse will ich nun am Ende Aussagen treffen können á la: "Wenn die Unternehmen in einer Kooperation sehr unterschiedlich sind, wirkt sich das positiv aus Patentanmeldungen und damit den Innovationserfolg aus" oder "Umso mehr Unternehmen in einem Allianzportfolio kooperieren, umso positiver der Effekt auf Patentanmeldungen und damit Innovationsperformance" oder auch "Wenn die Unternehmen zu identisch sind, hat eine Kooperation keinen positiven Effekt auf Patentoutput - wohingegen zu starke Differenzen negative Auswirkungen haben (umgekehrt U-Förmiger Zusammenhang)".

Diese Analyse möchte ich gerne mit SPSS ausführen. Wenn mich nun meine Grundkenntnisse in Statistik nicht komplett verlassen müsste ich folgende "Methoden" anwenden.

1) Korrelationsanalyse: Ziel bei den am häufigsten eingesetzten Analyseverfahren ist es, Beziehungen zwischen einer abhängigen und einer oder mehreren unabhängigen Variablen festzustellen. Sie wird insbesondere verwendet, wenn Zusammenhänge quantitativ zu beschreiben oder Werte der abhängigen Variablen zu prognostizieren sind (aus Wikipedia).

2) Regressionsanalyse: Wenn eine Variable y und eine Anzahl von Variablen x1, ..., xp vorliegen, die mit y in Verbindung gebracht werden können, dann können Regressionsverfahren angewandt werden, um die Stärke des Zusammenhangs zu quantifizieren. So können diejenigen xj ermittelt werden, die gar keinen Zusammenhang mit y haben; oder diejenigen Teilmengen xi, ..., xj, die redundante Information über y enthalten.

Wie aufwändig schätzt ihr mein Vorhaben? Wie finde ich genau heraus, welche speziellen Methoden (es gibt ja zB verschiedene Regressionsmodelle) ich am besten Anwenden muss um gute Ergebnisse zu erzielen? Vielleicht sollte ich erwähnen, dass nicht erwartet wird, dass meine Analyse mathematisch / statistik perfekt wird - ich solle nur "sauber" arbeiten. Kann ich das alles mit SPSS bewerkstelligen?

Habt ihr gute Links oder Literaturempfehlungen?

Ich freue mich auf Feedback

Feal.
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Re: Beurteilung empirisches Untersuchungsvorhaben für Bsc.Th

Beitragvon PonderStibbons » Mo 1. Jul 2013, 10:17

Wie ist die Verteilung de Zahl der Patentanmeldungen, in welchen Größenordnungen spielt sich das ab?
Wie groß soll die Stichprobe sein? Wie viele Merkmale sollen einbezogen werden? Werden qualitative
Merkmale wie "Unterschiedlichkeit" quantifiziert?

Mit freundlichen Grüßen

P.
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Re: Beurteilung empirisches Untersuchungsvorhaben für Bsc.Th

Beitragvon Feal » Di 2. Jul 2013, 19:24

Hallo,

zur Verteilung der Patentanmeldungen kann ich noch keine Aussage machen, da ich gerade dabei bin diese zu erheben. Zur Größenordnung kann ich nur sagen, dass ich die Patentanmeldungen von 100 Firmen einer bestimmten Industrie untersuchen will - also 100 Firmen und deren Output als Basis haben werde. Unklar ist auch noch, wie viele Merkmale mit einbezogen werden sollen. Schätzungsweise wird es sich um 4-6 Merkmale handeln.

Ich bin mir auch noch nicht sicher darüber, ob ich evtl nominal- oder ordinalskalierte Daten in meinem Datenbestand haben werden. Ich habe heute aber im Zusammenhang mit meiner Recherche erfahren, dass man diese wohl als Dummy-Variablen in eine Regressionsanalyse einbetten kann.

Ich habe mir einige Bücher angesehen und auch Tutorials im Netz zur Regression im Allgemeinen. Da ich kein Experte bin und gerne auf potenzielle Probleme hingewiesen werden möchte (im Idealfall ;) ), wende ich mich an das Forum. Die Erhebung der Daten scheint mir augenblicklich unproblematisch zu sein und auch bin ich der Meinung, dass ich in der Lage sein werde die Ergebnisse zu interpretieren und zu analysieren.

Ich habe z.B. in einem Tutorial eines renommierten Professors gelesen, dass man bei der Regression auch immer folgende Schritte durchführen sollte

1) Prüfungen auf Hebeldaten, Ausreißer etc
2) Linearität der Beziehung prüfen (das bezieht sich dann wohl nur auf die lineare Regression?) und ggf. (zB durch die Bulging Rule) transformationen der Variablen durchführen sollte um ein besseres Modell zu erhalten.
3) Heterokedastizität-Tests
4) Test auf Normalverteilung
5) Problem der Kollinearität

Sinnvoll erscheint mir auch die schrittweise Regression (in SPSS durch einen Klick zu bewerkstelligen).

Die oben genannten Punkte sind sicherlich empfehlenswert, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass meine Betreuerin dies nicht verlangen wird. Eigentlich schreibe ich an einem Lehrstuhl (Strategy), der eher im qualitativen Bereich anzusiedeln ist. Deshalb ist mein Vorhaben evtl auch mehr, als vermutlich erwartet wird. Trotzdem macht es mir jetzt schon Spaß mich mit der Materie zu beschäftigen. Ich möchte die Analyse so professionell wie möglich gestalten, aber die Balance zum Aufwand nicht verlieren (v.a. im Hinblick auf die Erwartungshaltung am Lehrstuhl - ich hätte auch die Möglichkeit gehabt eine reine Literaturrecherche zu machen).

Weitere Guidance oder Empfehlungen nehmen ich gerne entgegen. Gegen Samstag könnte ich dann auch Aussagen bzgl des Samples machen (hopefully...).

Edit: Eventuell könnte man gewisse Punkte wie evtl nötige Transformationen als Limitationen der Untersuchung aufnehmen und auf den Rahmen den zeitlichen Rahmen der Arbeit verweisen, wenn dies zu viel für ein BSC-Th. wäre


Gruß
Feal
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Re: Beurteilung empirisches Untersuchungsvorhaben für Bsc.Th

Beitragvon PonderStibbons » Di 2. Jul 2013, 21:33

Wenn es um Größenordnungen von bspw. 0 bis 2 Patente geht, kann man kaum
eine lineare Regression rechnen.

Sollte das in höheren Bereichen sich abspielen, kannst Du sicherlich eine lineare
Regression versuchen. "Schrittweise" mit automatisierter Variablenauswahl ist
wie üblich zu meiden; bei n=100 kannst Du 5 oder 6 Variablen simultan
verwenden. Allerdings zählt jede dabei jede einzelne dummy-Variable (nach
Umwandlung einer k-stufigen ordinalen oder kategorialen Variable in k-1 dummies).

Mit freundlichen Grüßen

P.
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