2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Beitragvon dani1632 » Mo 18. Feb 2013, 16:31

Hallo!

Ich habe folgendes Problem: Es geht um eine Krankheit X, die in 3 Stufen eingeteilt wird: leicht, mittel und schwer. 100 Patienten werden untersucht, wobei die Untersuchung durch 2 verschiedene Methoden (unabhängig voneinander) durchgeführt wird: Zum einen beurteilt ein Arzt (optisch), um welche Stufe der Krankheit sich es handelt, zum anderen wird ein medizintechnisches Gerät verwendet, welches (durch Untersuchung von biologischem Materiel des Patienten) ein quantitatives Maß ermittelt, durch welchen die Krankheit dann in die 3 Stufen eingeteilt wird. Es werden also von jedem Patienten je 2 Diagnosen durchgeführt.

Nun gibt es angeblich ein Verfahren, das diese beiden Methoden (bzw. Ergebnisse) vergleicht bzw. mit dem man die Grenzwerte für die quantitative Einstufung des Gerätes so legen kann, dass die Übereinstimmung mit der ärztlichen Beurteilung optimal ist. Kurz gesagt: Angenommen das Gerät stuft die Krankheit an Hand eines quantitativen Maßes Q zwischen 0 und 10 in die 3 Kategorien leicht, mittel und schwer ein.
Q < A -> leichte Erkrankung
A <= Q < B -> mittlere Erkrankung
B <= Q < 10 -> schwere Erkrankung

Wie kann man diese Werte A und B optimal bestimmen?

Vielen Dank! LG dani
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Re: 2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Beitragvon bele » Mo 18. Feb 2013, 17:50

Hi!

Helfen Dir die Suchbegriffe Youden-Index und ROC-Kurve?

LG,
Bernhard
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Re: 2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Beitragvon dani1632 » Mi 20. Feb 2013, 11:00

Hallo Bernhard!

Vielen Dank für die Antwort! Auf die ROC-Kurve bin ich gestern auch gestoßen, der Youden-Index hat mir bis dato noch nichts gesagt.

Ich bin mir bei der ROC-Kurve noch nicht sicher, wie ich das mit 3 Einstufungen machen soll?! In den meisten Beispielen geht es darum, ob eine Krankheit vorliegt oder nicht, es ergibt sich also eine 2x2 Tabelle, aus der ich dann Spezifität und Sensitivität berechnen und die ROC Kurve zeichnen kann. Ich würde dann dabei so vorgehen, dass ich diese Kurve für viele verschiendene Cut-Offs zeichne und jenen Cut-Off wähle, der die beste ROC-Kurve gibt. Ist das korrekt?

Wie funktioniert das nun aber für 3 Krankheitsstufen, also nicht Krankheit haben oder nicht haben, sondern leichte Ausprägung, mittlere Ausprägung und schwere Ausprägung?!

Ist das mit dem Youden-Index eine eigene Methode oder steht dieser auch in Zusammenhang mit der ROC-Kurve?

Vielen Dank!
LG dani
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Re: 2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Beitragvon dani1632 » Mi 20. Feb 2013, 11:27

Sorry, das mit dem Youden Index kann ich natürlich recherchieren... aber wie ist das nun mit den 3 Stufen? ergibt sich dann eine 3x3-Tabelle, aus der man sensitivität und spezifität irgendwie berechnen muss? mir ist gerade eingefallen, man könnte auch 2 getrennte ansätze mit jeweils 2x2-Tabellen machen. also zuerst den cutoff zwischen leichter und mittlerer ausprägung, und dann (in einem eigenen ansatz) den cutoff zwischen mittlerer und schwerer ausprägung bestimmen?! Wäre das ein möglicher ansatz?

Vielen Dank!
LG dani
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Re: 2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Beitragvon bele » Mi 20. Feb 2013, 20:57

dani1632 hat geschrieben:. also zuerst den cutoff zwischen leichter und mittlerer ausprägung, und dann (in einem eigenen ansatz) den cutoff zwischen mittlerer und schwerer ausprägung bestimmen?!


So hätte ich mir das gedacht.
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Re: 2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Beitragvon dani1632 » Do 21. Feb 2013, 10:55

Hallo! Vielen Dank für die Antwort!
Ich habe jetzt weiter recherchiert und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

Ich mach z.B. eine Cut-Off-Bestimmung zwischen leichter und mittlerer Ausprägung. Dabei stelle ich mir die 2x2-Kontzingenztabelle für EINEN BESTIMTEN Cutoff-Wert auf, berechne daraus Sensitivität und Spezifität und in weiterer Folge daraus den Youden-Index, und zeichne den Punkt in das Diagramm der ROC-Kurve ein. Das Ganze mache ich für alle möglichen Cut-Off-Werte, je mehr Werte ich dabei wähle, desto mehr Punkte erhalte ich für die ROC-Kurve und desto genauer wird mein Ergebnis. Wenn die Ergebnisse für alle Cutoff-Werte vorliegen, wähle ich jenen Wert als optimalen Cut-off-Wert, bei dem der Youden-Index am größten ist. Das selbe mach ich dann für den Cutoff-Wert zwischen mittlerer und schwerer Krankheitsausprägung, richtig?

Können Sie mir das als richtig bestätigen?
Zum Schluss hätte ich noch eine Frage zum Youden-Index: Wie spricht man das aus? Tschuden-Index, Iuden-Index?

Vielen vielen Dank! lG dani
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Re: 2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Beitragvon dani1632 » Mo 25. Feb 2013, 16:56

Hallo!
Könnte jemand von euch ev. bestätigen, ob mein ansatz richtig ist?

Vielen Dank, lG
dani1632
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Re: 2 Methoden zur Krankheitsbewertung

Beitragvon Yellowdog » Mi 11. Mär 2015, 12:48

Hallo Dani,

Ich bin gerade auf der Suche nach einer Lösung für ein ähnliches Problem...ebenfalls im Rahmen einer klinischen Evaluation. Wir haben jedoch 5 Stufen, d.h.vier Übergänge, für die wir Cutoff-Punkte auf einer Vergleichsskala suchen. Hat es denn bei dir funktioniert? Wie hast du das letztendlich gemacht bzw gibt es eine Publikation deiner Ergebnisse?

Danke und Gruss,
Mario
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