Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon Leni » So 4. Aug 2013, 13:56

Hallo,

im Zuge meiner Bachelorarbeit möchte ich meine Daten gerne statistisch auswerten. Ich schilder mal kurz das Problem...

Ich habe Metallkonzentrationen von 5 verschiedenen Standorten (16 versch. Metalle pro Standort). Von drei Standorten habe ich dreifach Messungen, bei einem eine zweifach Messung und beim letzten habe ich nur eine Messung. Der erste Standort befindet sich am Ufer eines Sees, die weiteren Standorte bewegen sich auf einer Strecke Richtung Seemitte. Mein Ziel ist es, die Änderung der Metallkonzentration auf dieser Strecke zu untersuchen.

Ich habe bereits ermittelt, dass die Daten nicht normalverteilt sind. Nun ist mir aber nicht ganz klar, welches statistische Verfahren (aufgrund fehlender Datenwiederholungen) ich anwenden kann. Mir wurden Vorschläge für eine repeated measure ANOVA und für ein GLM gemacht. Die repeated measure ANOVA scheint aber zeitgerichtet zu sein, was meine Daten nicht sind. Kennt jemand ein Verfahren (am besten bei SPSS, R geht auch) das für so eine Struktur geeignet ist?

Es wäre schön, wenn jemand gute Ideen hat :)
Danke!
Leni
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon PonderStibbons » So 4. Aug 2013, 15:07

Du könntest Spearman-Rangkorrelationen rechnen (n=5, Variable 1: Entfernung vom Ufer
(rangskaliert, 1 bis 5), Variable 2: Konzentration des Metalls X).

Mit freundlichen Grüßen

P.
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon Leni » Mo 5. Aug 2013, 15:38

Vielen Dank für die Antwort!

Bei der Spearman Rangkorrelation erhalte ich Aussagen, ob die Korrelation auf dem 0,01 bzw. 0,05 Niveau signifikant ist. Reicht das denn aus, um Aussagen darüber zu treffen, ob/dass meine Standorte signifikant unterschiedlich sind?

Hat jemand noch eine Idee für ein anderes Verfahren?

Viele Grüße
Leni
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon PonderStibbons » Mo 5. Aug 2013, 18:20

Du hättest mit Spearman's rho eben eine Analyse, ob "Entfernung" und "Konzentration"
eine monotone Beziehung aufweisen.

Soweit ich sehe, hast Du pro Standort und Metall letztlich 1 Konzentrationswert, da gibt
es, soweit ich sehe, keinen Grund und keine Möglichkeit, Signifikanztests zum Vergleich
von je 2 Standorten durchzuführen.

Mit freundlichen Grüßen

P.
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon Leni » Mo 5. Aug 2013, 20:10

PonderStibbons hat geschrieben:Soweit ich sehe, hast Du pro Standort und Metall letztlich 1 Konzentrationswert, da gibt
es, soweit ich sehe, keinen Grund und keine Möglichkeit, Signifikanztests zum Vergleich
von je 2 Standorten durchzuführen.



Nicht ganz... Ich habe für 3 Standorte pro Metall 3 Konzentrationswerte, für einen Standort pro Metall 2 Werte und für einen Standort pro Metall 1 Wert.

Viele Grüße
Leni
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon PonderStibbons » Di 6. Aug 2013, 10:04

Ich war davon ausgegangen, dass die 2 bzw. 3 Werte gemeinsam die
Konzentration eines Standortes abbilden (daher auch die Darstellung n=5 in
der Spearman-Aalyse). Aber selbst wenn man die 2 bzw. 3 Messwerte
wie verschiedene Subjekte behandelt, sind keine paarweisen Vergleiche
zwischen den Standorten sinnvoll möglich.

Mit freundlichen Grüßen

P.
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon Leni » Di 6. Aug 2013, 14:02

Danke. Ich habe es mir fast gedacht, dass es mit der Datenstruktur nicht möglich ist, wollte aber noch einmal sicher gehen...

Letzte Frage zur Rangkorrelation. Jetzt wäre n=12, richtig?

Viele Grüße
Leni
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon PonderStibbons » Di 6. Aug 2013, 14:35

Für mich schwer zu beurteilen. Ich hatte wie gesagt angenommen, es
würden 2 oder 3 Messungen vorgenommen, um daraus eine zuverlässige
Schätzung der Konzentration an dem jeweiligen Standort zu erhalten.
Und dass, sollten die Messungen voneinander abweichen, dies eben
nur Messungenauigkeiten geschuldet ist, nicht wie in der Inferenzstatistik
angenommen dem Stichprobenfehler. Analog zu einer Studie, bei der
man z.B. die Körpergröße von 5 Personen misst, bei einigen davon
mehrmals. Dadurch werden es dennoch nicht mehr als 5 Studiensubjekte.
Aber ich kenne mich auf dem Fachgebiet nicht aus und weiß daher nicht,
was da jetzt angemessen/üblich ist.

Mit freundlichen Grüßen

P.
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon bele » Mi 7. Aug 2013, 10:54

Hallo und eine kurze Zwischenfrage, wenn da 16 verschiedene Metalle untersucht wurden: Willst Du für jedes Metall einzeln untersuchen, wie der Verlauf ist? Oder gibt es eine sinnvolle Hypothese, dass alle Metalle zur Seemitte hin zunehmen?

LG,
Bernhard
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Re: Verfahrenssuche bei schlecht geeigneten Daten

Beitragvon Leni » Do 8. Aug 2013, 09:35

Hallo,
also ich sehe anhand meiner Daten, dass alle Metalle das Verhalten aufweisen, dass sie zur Seemitte hin abnehmen. Das ist schon meine Ausgangshypothese die ich beweisen möchte.
Ich habe die Metalle mit Hilfe einer Korrelationsanalyse zusammengefasst, um später nicht 16 Metalle zu diskutieren, sondern nur 4-5 Gruppen von Metallen. Daher hätte ich auch nichts dagegen, statistische Aussagen über die Verläufe der einzelnen Metalle zu treffen...

@ PonderStibbons
Es ist so, dass an den 5 einzelnen Standorten teilweise mehrere Sedimentkerne genommen wurden. Dadurch habe ich manchmal 3,2 oder 1 Konzentrationswert. In der Praxis ist es aber schwierig, da die einzelnen Kerne (von eigentlich einem Standort) teilweise weiter als gewünscht, auseinander liegen. Wenn ich für einen Standort mehrere Kerne (= mehrere Konzentrationsangaben) hatte, habe ich sie schon gemittelt. Aber aufgrund der oben geschilderten Problematik, weichen die Werte deutlich voneinander ab, sodass ich sie auch ungemittelt betrachtet habe.

Danke nochmal für die Hilfe!
Viele Grüße
Leni
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