im Rahmen der Auswertung meiner Experimente bin ich auf eine Frage bzgl. der Angabe eines Fehlers bei dem als 100% gesetzten Ausgangswertes gestoßen.
Ich messe die Wirkung eines Blockers auf die Aktivität eines Proteins. Dazu gebe ich zunächst -als Kontrolle- Substrat ohne Blocker zu dem Protein. Die resultierende Aktivität dient mir als Bezugspunkt für die folgenden Blocker-Applikationen - ich setze sie auf 100%. Nun appliziere ich während des Experimentes das Substrat zusammen mit dem Blocker (in steigenden Konzentrationen von 1 µM, 3 µM, 10 µM, 30 µM und 100 µM, wobei ich zwischendurch immer wieder komplett auswasche). Die immer geringer werdende Aktivität spiegelt die zunehmende Blockade wider.
Um zu zeigen, dass die sinkende Aktivität nicht etwa mit dem mehrfachen Applizieren des Substrates zusammenhängt (dass das Protein also nicht 'müde' wird), habe ich die anfängliche, ungeblockte Applikation 2x vorgenommen und aufgrund von nicht-signifikanten Unterschieden (t-Test)die resultierenden Aktivitäten gemittelt.
Nun meine Frage:
Gehe ich recht in der Annahme, dass ich nun bei meinem 100%-Wert, auf den ich die anderen Messwerte (ungemittelt, da nur 1x pro Experiment gemessen) beziehe, einen Fehler angeben muss?
Mein Chef ist der Meinung, dass ich diesen Mittelwert als 100% definiere und somit keinerlei Fehler 'vorhanden' ist.
Da ich die so erhaltenen Werte später noch verrechne (z.B. gebe ich nicht die prozentuale Rest-Aktivität des Proteins an, sondern plotte das Ausmaß der Inhibition durch den Blocker), ist es für mich wichtig, ob ich über Fehlerfortpflanzung u.ä. nachdenken muss oder nicht.
Ich hoffe, mich verständlich ausgedrückt zu haben
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Da diese Frage/Überlegung ganz allgemeiner Natur ist, habe ich Messergenisse, n-Zahlen etc. weggelassen -sollten sie aber trotzdem von Bedeutung sein, liefere ich sie natürlich gerne nach
dankende Grüße,
Schmunzelhase