Hallo zusammen,
ich bin dankbar für jede Art von Input, da ich mit meiner Fragestellung bisher weder bei Kollegen noch durch Literaturrecherche besonders weiter gekommen bin. Innerhalb eines geplanten Artikel für meine Promotion habe ich folgendes Problem:
Ich habe zwei Gruppen, die ich vergleiche (Patienten und Kontrollprobanden). Diese Gruppen sollen mit vielen Variablen charakterisiert werden. Meinen primären Endpunkt bildet ein Gruppenvergleich mit zwei abhängigen Variablen (Ergebnisse einer Art kognitiven Leistung). Hypothese: Patienten zeigen Defizite.
Explorativ sollen noch weitere Analysen durchgeführt werden. Und zwar haben wir eine neuropsychologischeTestbatterie angewendet, die 14 Endvariablen umfasst. Hier sind Gruppenvergleiche notwendig. Weiterhin sollen Assoziationen der zwei Variablen des primären Endpunktes mit den neuropsychologischen Variablen sowohl als auch mit einigen Symptomvariablen untersucht werden (Korrelationsanalysen).
Ihr seht: Wahnsinnig viele Vergleiche und eine große Chance für eine Alpha-Fehler Kumulierung. Dieser möchte ich natürlich gerne entgegen wirken und trotzdem noch die Power meiner Analysen möglichst groß halten. Mit einer Bonferroni-Korrektur, die einfach alle Vergleiche einschließt, werden alle Effekte verschwinden. Die tatsächlichen Daten spiegelt das dann kaum mehr wieder.
Kann ich die verschiedenen Hypothesen als verschiedene "Familien" behandeln und unterschiedliche Signifikanzlevel ansetzen, d.h. a=0.05/14 (MANOVA für die neuropsychologische Testbatterie), a=0.05/28 (Korrelationen der Endpunkte mit neuropsychologischer Testbatterie) und a=0.05/8 (Korrelationen der Endpunkte mit Symptomen)? Diese Rechnungen beantworten schließlich jeweils andere Fragestellungen. Wenn ja, gibt es dafür eine gute Quelle, die ich Reviewern zur Erklärung anbieten kann? Oder gibt es eine andere und bessere Möglichkeit mit der ich weniger konservative (im Vergleich mit Bonferroni) Korrekturen durchführen kann, die meine Effekte nicht alle kaputt machen?
Vielen Dank für Eure Hilfe!