Aber genau das mein' ich doch: Wenn ich eine Wahlumfrage mache und die Ergebnisse sollen belastbar sein, werde ich mir sehr viel Mühe geben, dass ich eine einigermaßen repräsentative Stichprobe erhalte (also Zufallsstichprobe und eine gewisse Größe der Stichprobe). Wenn ich mir aber soviel Arbeit mache, kann ich genausogut eine Stichprobe ziehen die so groß ist, dass ich keinen Signigikanztest mehr brauche (weil eh alles signifikant würde).
Die Größe der Stichprobe beeinflusst die Präzision der Schätzung (Größe des Standard-
Schätzfehlers). Dass es eine Zufallsauswahl ist, stellt sicher, dass die Stichprobenelemente
voneinander unabhängig und die Schätzungen bzw. Tests nicht durch Abhängigkeit von
Beobachtungen verzerrt werden. Welcher Art die Grundgesamtheit ansonsten ist, aus der
die Elemente gezogen werden, interessiert den Signifikanztest nicht. Da muss halt der
Untersucher schauen, ob er eine Stichprobe ziehen konnte aus der Grundgesamtheit,
die ihn interssiert (falls es überhaupt interessiert), bzw. ob seine Ergebnisse übertragbar
sind auf andere Populationen.
In der Medizin z.B. hat man das alle Tage, die Patientenkollektive in Zulassungsstudien
sind (aus vielen guten Gründen) anders zusammengesetzt als "echten" Patientenkollektive
aktuelle und zukünftige), bei denen ein Medikament zum Einsatz kommen kann. Daher
muss man weiter untersuchen, ob sich das auch in "typischen" und auch in neuen Kollektiven
bestätigt.
Mir scheint, dass viele Anwender Signifikanztests oder deren Sinn nicht verstehen, aber man will sich ja nicht als Volldepp outen und macht das Spiel daher lieber mit....
Die Annahme, dass die meisten Anwender den Sinn nicht verstehen, ist richtig und durch
eine Reihe von Studien bestätigt.
Mit freundlichen Grüßen
P.