Fragebogen ausdünnen

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Fragebogen ausdünnen

Beitragvon exposa » Mo 24. Mär 2014, 15:35

Hallo Leute,

ich bin hier auf das Forum gestoßen als ich mich im www nach Hilfe für meinen empirischen Teil meiner MA umgesehen habe. Leider habe ich bisher für mein noch bescheidenes Problem noch keine gute Antwort gefunden. Aber vielleicht kann mir ja hier jemand helfen!?!? wäre top... :-)

Folgende Situation:

Ich schreibe MA mit Theorie- und Empirieteil. Theorie ist fertig und abgesegnet. Den Fragekatalog für den empirischen Teil habe ich auch schon fertig, und dieser ist auch schon "vorläufig" abgesegnet. Mein Prof hat mir empfohlen bevor ich ins Feld gehe, den Fragekatalog zuerst einmal qualilativ und dann quantitativ zu pretesten. Was ich auch beides gemacht habe.

Qualitativ fünf Kommilitonen vom gleichen Fach vorgelegt. Diese kamen alle damit klar.
Quantitativ habe ich jetzt (nach Absprache mit meinem Prof) mal 50 fremde Personen mit meinem Fragebogen befragt. Das hat auch alles gut geklappt und die Antworten waren alle ok.

Jetzt hat mein Prof gemeint, dass ich die 50 Fragebogen ins SPSS übertragen soll um dann zu prüfen, ob/welche Fragen man aus dem Fragekatalog streichen kann.

Und hier ist mein Problem:
Ich habe das alles (vorschrifts- und vorlesungsmäßig) ins SPSS übertragen. Alle 50 Fragebogen samt den Items usw.
Die Assistentin meines Profs hat über die SPSS-Datei schon drüber geschaut und meinte, dass das alles ok sei.

ABER: was soll ich jetzt machen? Bzw. welche SPSS-Abfragen sind jetzt dafür geeignet um Fragen/Items zu identifizieren, die ich aus dem Katalog wieder rauswerfen kann???

Die Abfragen an sich denke ich kriege ich schon hin. Mein Problem ist aber eher das methodische - ich verstehe nicht, nach was ich suchen soll...

Wie erkenne ich, dass ein Item unbrauchbar ist? Oder eventuell bereits gut durch ein anderes Item gut abgedeckt ist??? Über Korrelationen????

Schon mal 1000 Dank für einen gedanktlichen Schubser in die richtige Richtung...

viele Grüße

Alex
exposa
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Re: Fragebogen ausdünnen

Beitragvon bele » Mo 24. Mär 2014, 16:55

Hi!

Interessant wäre, was Du mit dem Fragebogen erreichen willst. Sollen alle Fragen nach einem gemeinsamen zugrunde liegenden Merkmal suchen oder nach verschiedenen? Klassisch würde man hier wohl eine Faktorenanalyse machen und sich dann mit deren Ergebnis und der genauen Fragestellung die geeigneten Fragen heraussuchen. Das ist aber nicht ganz banal, wenn Du aus Deinem Studium diesbezüglich keine Vorkenntnisse mitbringst. Bringst Du welche mit oder suchst Du ein Verfahren für Dummies?

LG,
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Re: Fragebogen ausdünnen

Beitragvon exposa » Mo 24. Mär 2014, 17:41

Hallo Bernhard,

tja, das ist so eine Sache mit den Vorkenntnissen... :-)

Ja, habe da welche. Aber die muss ich ganz sicher erst mal noch alle wieder auffrischen. Aber da führt sowieso kein Weg dran vorbei.

Zu deiner Antwort:
Es ist so, dass wir mit dem Fragebogen mehrere Themengebiete abfragen. Zu jedem Themengebiet haben wir mehrere Items generiert und abgefragt. Themengebiete sind sozusagen latente Konstrukte, also zum Beispiel "Vertrauen" oder so, die wir messen wollen.

Zu jedem Themengebiet gibt es also zum Beispiel 6 verschiedene Fragen/Statements, die man meistens auf einer 5-poligen Skala beantworten soll. Zum Beispiel:

"Im Allgemeinen sind die Preise ... " und dann ankreuzen bei sehr hoch/hoch/mittel/niedrig/sehr niedrig.

Es ist also so, dass ich nicht im ganzen Fragebogen nach einem gemeinsam zu Grunde liegenden Merkmal suche. Vielmehr suche ich pro Themengebiet ein zu Grunde liegendes Merkmal. So würde ich das mal sagen...

Faktorenanalyse: Da habe ich auch schon darüber nachgedacht. Aber rein gefühlsmäßig ist das für den Pretest zu heavy. Mein Prof hat das mehr so als Nebensächlichkeit gesagt.
Faktorenanalyse haben wir fest geplant für die "richtige" Feldstudie. Aber eigentlich noch nicht für den Pretest.

Soweit mal die nähreren Infos. Vielen Dank für dein Nachhakken!

Und was ich suche: gerne was für Dummies (zum Einstieg). Wenn's aber etwas anspruchsvoller ist wird das sicherlich auch kein Schaden sein... :-)

Schon mal vielen Dank & beste Grüße in die Runde.
exposa
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Re: Fragebogen ausdünnen

Beitragvon bele » Mo 24. Mär 2014, 18:11

Ok, klingt so, als wäre die Faktorenanalyse das Richtige kombiniert mit einer Einschätzung von Itemschwierigkeit etc. Es werden deshalb so viele Bücher über Fragebogenkonstruktion geschrieben, weil sie nicht einfach ist.

Für Dummies: Habe mal gelesen und kann jetzt nicht suchen: Du nimmst die Fragen, die zu einem bestimmten Thema gehören und bestimmst Cronbachs Alpha. Dann lässt Du je eine Frage weg und bestimmst für jede weggelassene Frage Cronbachs Alpha aus dem Rest. Die mit dem größten Gewinn an Cronbachs Alpha lässt Du weg und gehst wieder genauso vor: Von den restlichen Fragen jede einmal weg lassen und die mit dem größten Cronbach-Alpha Gewinn wieder weg lassen und so fort. So behälst Du Fragen, die miteinander eine gute interne Konsistenz haben. Das ist zwar nicht automatisch dasselbe wie Unifaktorialität (?), aber nah dran. Wahrscheinlich werde ich jetzt für so einen simplizistischen Vorschlag gesteinigt, aber das kannst Du auch mit kleinem Datensatz und ohne riesen Tamtam machen.

LG,
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Re: Fragebogen ausdünnen

Beitragvon exposa » Mo 24. Mär 2014, 18:54

Hi.

Jaaa, das hört sich doch erst mal gut an. Das mit den Cronbachs Alpha meine ich. Schon mal vielen Dank dafür.
Bringt bestimmt eine sehr gute Annäherung... Danke! :-)

Was ich mir auch noch überlegt habe:

Wenn ich pro Item die Häufigkeiten anschaue und merke, dass da ein paar Antworten gar nicht liefen, oder dass ein paar Fragen einfach von überdurchschnittlich vielen gar nicht beantwortet wurden... dass ich dann da die Fragen einfach zur Disposition stelle!?!?

Was meinst du/ihr???
Oder ist das dann doch eine Spur zu oberflächlich???

Denke Faktorenanalyse ist sicherlich richtig - aber wie gesagt in diesem Stadium einfach noch zu früh.

Danke für kurze Einschätzung.

Grüße

PS: am Freitag habe ich Termin beim Prof. Spätestens dann sollte sich das Rätsel lösen... aber ich hoffe, ich kann ihm da zumindest eine Diskussionsgrundlage bieten... ;-)
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