Fallzahlanalyse

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Fallzahlanalyse

Beitragvon Piamia222 » Di 9. Sep 2014, 18:21

Hallo,

ich komme bei einem Punkt einfach nicht weiter... Meine Studie, die ich analysieren soll, besteht aus zwei Teilen. Nun sollen wir bewerten, ob die Stichprobe groß genug ist, um den Zufallseffekt zu minimieren.

Hierzu steht in der zweiten Publikation folgendes:

"The primary end point of this study and the sample size calculation on body weight have been described previously (in der ersten Publikation). The statistical power of
remaining parameters was calculated by entering the expected sample size of 20 and the average within-group differences from baseline to 5 weeks. With a significance level of 0.05, the statistical power of Quality of life parameters was 66% (global health status) and 97% (physical function), respectively , and the statistical power of Karnofsky Performance Status, hand grip strength and physical activity were 51, 25 and 55, respectively."


In der ersten Publikation, auf die ja verwiesen wird, steht:

"Statistical power was based on changes in weight from a study in patients with pancreatic cancer by Barber et al. (39). A sample size of 17 patients was calculated to detect a difference in FFM of 0.5 kg (6 0.5 kg) between groups with a significance level of 0.05 and a power of 0.8.
Based on an anticipated 15% attrition rate, 40 patients were required to be enrolled to obtain a minimum of 34 patients for data analyses."



Ich bin nun völlig verwirrt, warum in der ersten Publikation steht, dass die statistische Power anhand einer Studie von Barber et al. kalkuliert wurde. Stammt die Kalkulierung aus der Studie von Barber et al., sodass man einfach genau die gleiche Probandenzahl genommen hat, weil es um ein ähnliches Thema geht oder wurde nur dieselbe Power von 0,8 genommen und daraufhin für die eigene Studie die Probandenzahl kalkuliert?

Und vor allem: Warum weisen die weiteren gemessenen Parameter der zweiten Publikation (gleiche Population) plötzlich andere Teststärken auf???

Bin völlig überfragt und würde mich echt total über eine Antwort freuen.

LG
Piamia222
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Re: Fallzahlanalyse

Beitragvon bele » Mi 10. Sep 2014, 09:12

Hallo Piamia,

ähnlich wie in dem anderen Thread komme ich auch hier nicht drum herum, Dir eine gründlichere Beschäftigung mit dem zu empfehlen, was Du bewerten sollst. Für die Fallzahlschätzung muss man Daten benutzen, die den eigenen erwarteten Ergebnissen in etwa entsprechen. Dazu wurden hier Gewichtsveränderungsdaten von der Studie von Barber et al verwendet. Die Power hängt von vielen Dingen ab, z. B. der Schwankungsbreite oder Messgenauigkeit der Endpunkte. Für den primären Endpunkt wurde Fallzahl geschätzt und daraus hat sich für jeden der sekundären Endpunkte eine andere Power ergeben.
Um die Power bei 80% anzusetzen braucht man keine vorherige Studie. Das ist allgemein so üblich (man kann sicher auch 90% angeben). Auch die WIkipedia beziet sich auf die 80%: http://de.wikipedia.org/wiki/Power


Viele Grüße,
Bernhard
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Re: Fallzahlanalyse

Beitragvon Piamia222 » Do 11. Sep 2014, 15:00

Vielen Dank für die Antwort. Ich muss anhand dieser Textstellen bewerten, ob die Stichprobengröße ausreichend groß war. (oder kann man hierfür auch noch weitere Kriterien aus der Studie heranziehen?)

Nur nochmal zu meinem Verständnis: Habe ich das so richtig verstanden:

- Für den primären Endpunkt bzw. das Hauptzielkriterium (hier Gewicht und fettfreie Masse) wurde die Fallzahl, nämlich 40 Leute insgesamt aus der Studie von Barber et al., verwendet, da es sich um eine ähnliche Studie handelt. Die Beschreibung der Fallzahlkalkulation bezieht sich also auf die Studie von Barber et al. Hier in der Studie wurde also keine Fallzahl selbstständig kalkuliert.
- Für die weiteren Parameter wurde auf Grundlage dieser 20 Personen pro Gruppe die Power ermittelt.

Ist das so richtig?

Was ich einfach garnicht verstehe ist dieser Satz "The statistical power of
remaining parameters was calculated by entering the expected sample size of 20 and the average within-group differences from baseline to 5 weeks. With a significance level of 0.05, the statistical power of Quality of life parameters was 66% (global health status) and 97% (physical function), respectively , and the statistical power of Karnofsky Performance Status, hand grip strength and physical activity were 51, 25 and 55, respectively."

Wieso nimmt man da eine erwartete Stichprobengröße von 20?? woher hat man die Zahl? Ist das bezogen auf 20 Personen pro Gruppe, weil es 40 insg. sind?


Eine Power <0,8 sorgt doch für eine geringere Aussagekraft der Ergebnisse oder? Und was hätte man jetzt besser machen können, damit die Teststärken bei den anderen Parametern auch mind. 0,8 beträgt?

Lieben Dank für die Hilfe! Tut mir leid, dass ich das irgendwie nicht verstehe, ich glaube ich habe gerade irgendwie ein Brett vorm Kopf... :|
Piamia222
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