PonderStibbons hat geschrieben:Zweifelsfrei ermitteln wohl mit gar keinen, wie es aussieht.
Ok sehe schon, dass das ein schwieriges Unterfangen ist. Aber die Regressionsanalyse sollte mir dann doch zumindest ein wenig mehr Informationen liefern können als einfache Korrelationen.
Nein, es bedeutet ein höhere Regressionsgewischt im Rahmen der
Regressionsgleichung, unter Berücksichtigung aller anderen
Prädiktoren in der Gleichung.
Und was sagt ein höheres Regressionsgewicht aus?
Angenommen ich führe so eine schrittweise Regression mit der abhängigen Variable kognitiver Lernerfolg durch. Dabei ist das Merkmal "Positive Verstärkung" der letzte (sagen wir vierte) Prädiktor, der als Aufnahmekriterium eine auf 5%-Niveau signifikante Erhöhung der aufgeklärten Varianz erreicht.
Vor der Hinzufügung hatte ich sagen wir folgendes Ergebnis: 3 UV, adjusted r² 0,61, Betas (Merkmal 1,2,3) von 0,28; 0,18 und 0,22
Nach der Hinzufügung erhalte ich dann folgendes Ergebnis: 4 UV, adjusted r² 0,69, Betas (Merkmal 1,2,3,4) von 0,30; 0,16; 0,21 und 0,12
Wie kann ich das Ergebnis dann interpretieren? Das Hinzufügen der vierten unabhängigen Variable hat dazu geführt, dass weitere 8% der Varianz aufgeklärt werden konnten, die das bisherige Modell nicht aufklären konnte. Die Beta-Koeffizienten der vorhandenen UVs haben sich durch Hinzufügen eines weiteren UVs verändert. Ich hoffe das ist soweit richtig. Nur was sagt mir dann der Beta-Wert des Merkmals 4 von 0,12 aus?
Und eine weitere Frage zu diesem Beispiel: Angenommen r² wäre bei der alleinigen Berücksichtigung von Merkmal 1 bereits 0,50 gewesen und die Korrelation zwischen Merkmal 1 und Merkmal 4 ist hoch (zB 0,85), dann könnte man doch daraus schlussfolgern, dass Merkmal 1 in diesem Beispiel einen zu großen Teil (50%) und Merkmal 4 einen zu kleinen Teil (8%) der Varianz erklärt, als es eigentlich der Fall sein müsste.
Vielleicht ist die Frage falsch bzw. viel zu allgemein gestellt.
Die Problematik bei der Datenanalyse spiegelt doch nur den
Umstand wieder, dass man kaum in der Lage sein wird, verschiedene,
miteinander vielfältig verwobene Einflüsse im Rahmen eines so
komplexen Geschehens wie der Wissensvermittlung im Unterricht
fein säuberlich auseinanderdividieren zu können.
Reverse-Engineering: Welche Forschungsfrage wäre in meinem Fall sinnvoll(er)? Den Anteil kann ich ja wie gesagt nicht oder nur schwer errechnen. Wäre es besser, danach zu Fragen, ob der Einsatz positiver Verstärkung überhaupt zu besseren Lernleistungen (kognitiv, sozial, affektiv) führt?