Korrelationsvergleich

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Korrelationsvergleich

Beitragvon Rina01 » Mo 24. Nov 2014, 17:00

Hallo an alle,

ich habe eine Gesamtstichprobe von 187 Patienten. Unteranderem habe ich die Patienten anhand einer psychologischen Bewertungsskala (Skala: 1-100) in zwei Symptomatikgruppen eingeteilt. Mittels eines weiteren Fragebogens wurden die Patienten in ihrem Beziehungsverhalten bewertet (Skala: 1-4). Es sollte nun untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Beziehungsverhalten (es gibt insgesamt 6 verschiedene) und jeweils der Symptomatikgruppe gibt (dafür habe ich Rangkorrelationen nach Spearman gerechnet zwischen den Werten des Beziehungsverhaltens und jeweils der Symptomatikgruppe; so habe ich insgesamt 12 Korrelationen berechnet). Anschließend will ich nun noch testen, ob sich die berechneten Korrelationen für ein Beziehungsverhalten hinsichtlich der Symptomatik unterscheiden. Dafür habe ich im Bortz (2011) unter dem Kapitel „10.2.4 Überprüfung von Korrelationshypothesen“ nachgelesen, um die richtige Formel für die Berechnung zu wählen. Dabei bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich mich auch für die richtige Formel entschieden habe. Denn ich habe zwar eine Gesamtstichprobe von 187, aber bei den direkten Berechnungen sind die jeweiligen Stichproben kleiner und variieren, jeweils abhängig davon wie viele gültige Daten für das jeweilige Variablenpaar vorliegen. Deshalb habe ich mich für den Fall „Nullhypothese: ρ1 = ρ2
(zwei unabhängige Stichproben)“ entschieden, da ich ja zwei unterschiedliche n-Werte habe und nicht für „Nullhypothese: ρab = ρac (eine Stichprobe)“, denn da muss ich ja ein gemeinsames n einbeziehen.

-> Ist das so korrekt oder liegt ein Denkfehler vor ?

Und zweitens bin ich mir nicht ganz sicher mit der Interpretation des berechneten z-Wertes. Diesen vergleiche ich ja auf dem 5%-Niveau haben bei einem zweiseitigem Test mit dem kritische Werte von ±1,96 und bei Werten die kleiner sind, kann die Ho verworfen werden und bei größeren Werten darf die Ho nicht verworfen werden.

-> Aber wann nehme ich denn als kritischen Wert +1,96 und wann -1,96 ?

Über Hilfe bei diesen beiden Fragen wäre ich sehr dankbar !
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

Ria01
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Re: Korrelationsvergleich

Beitragvon PonderStibbons » Mo 24. Nov 2014, 17:06

Unter anderem habe ich die Patienten anhand einer psychologischen Bewertungsskala (Skala: 1-100) in zwei Symptomatikgruppen eingeteilt.

Normalerweise ist die Dichotomisierung einer kontinuierlichen
Messung ein schwerer methodischer Fehler. Warum und wozu
hast Du das gemacht, und anhand welcher Kriterien?

Mittels eines weiteren Fragebogens wurden die Patienten in ihrem Beziehungsverhalten bewertet (Skala: 1-4). Es sollte nun untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Beziehungsverhalten (es gibt insgesamt 6 verschiedene)

Es gibt 4 Skalen und daruf basierend 6 Beziehungsverhaltenstypen,
oder wie ist das zu verstehen?

Vielleicht kannst Du doch erstmal was zum HIntergrund
und der Fragestellung schreiben?

Mit freundlichen Grüßen

P.
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Re: Korrelationsvergleich

Beitragvon Rina01 » Mo 24. Nov 2014, 17:15

PonderStibbons hat geschrieben:
Unter anderem habe ich die Patienten anhand einer psychologischen Bewertungsskala (Skala: 1-100) in zwei Symptomatikgruppen eingeteilt.

Normalerweise ist die Dichotomisierung einer kontinuierlichen
Messung ein schwerer methodischer Fehler. Warum und wozu
hast Du das gemacht, und anhand welcher Kriterien?

Mittels eines weiteren Fragebogens wurden die Patienten in ihrem Beziehungsverhalten bewertet (Skala: 1-4). Es sollte nun untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Beziehungsverhalten (es gibt insgesamt 6 verschiedene)

Es gibt 4 Skalen und daruf basierend 6 Beziehungsverhaltenstypen,
oder wie ist das zu verstehen?

Vielleicht kannst Du doch erstmal was zum HIntergrund
und der Fragestellung schreiben?

Mit freundlichen Grüßen

P.


Vielen Dank für die schnelle Reaktion !!!

Also es geht prinzipiell um die Untersuchung der Validität eines diagnostischen Konzepts, mit dem man das Beziehungsverhalten beurteilen kann. Und das wird unteranderem anhand des Vergleichs des Beziehungsverhalten von depressiven und verhaltensauffälligen Patienten vorgenommen. Dabei kommt die Dichotomisierung nicht willkürlich zu stande, sondern diese kann regulär mittels eines angegebenen Cut-Off-Wertes vorgenommen werden. Beim Beziehungsverhalten ist es so, dass es 6 Varianten gibt, die als 1= nicht vorhanden, 2= gering vorhanden, 3= vorhanden und 4= stark vorhanden bewertet werden können.
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Re: Korrelationsvergleich

Beitragvon PonderStibbons » Mo 24. Nov 2014, 22:41

Dabei kommt die Dichotomisierung nicht willkürlich zu stande, sondern diese kann regulär mittels eines angegebenen Cut-Off-Wertes vorgenommen werden.

Sowas wie: alle mit 0 bis 76 Punkte sind gesund, ab 77 depressiv?
Also, man kann Leute mit 76 Punkten in dieselbe Kategorie stecken
und genauso behandeln wie Leute mit 1 Punkt, und die mit 77
Punkten sind was ganz anderes als Leute mit 76 Punkten?
Gerade für eine Validierungsstudie leuchtet sowas nicht gerade
ein.

Den Satz
Es sollte nun untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Beziehungsverhalten (es gibt insgesamt 6 verschiedene) und jeweils der Symptomatikgruppe gibt (dafür habe ich Rangkorrelationen nach Spearman gerechnet zwischen den Werten des Beziehungsverhaltens und jeweils der Symptomatikgruppe; so habe ich insgesamt 12 Korrelationen berechnet).

habe ich leider unabhängig davon nicht verstanden. Wo kommen 12
Korrelationen her zwischen Gruppe A/B einerseits und 6 Einstufungen
von Beziehungserhalten andererseits?

Mit freundlichen Grüßen

P.
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Re: Korrelationsvergleich

Beitragvon Rina01 » Di 25. Nov 2014, 01:10

Dabei kommt die Dichotomisierung nicht willkürlich zu stande, sondern diese kann regulär mittels eines angegebenen Cut-Off-Wertes vorgenommen werden.

Sowas wie: alle mit 0 bis 76 Punkte sind gesund, ab 77 depressiv?
Also, man kann Leute mit 76 Punkten in dieselbe Kategorie stecken
und genauso behandeln wie Leute mit 1 Punkt, und die mit 77
Punkten sind was ganz anderes als Leute mit 76 Punkten?
Gerade für eine Validierungsstudie leuchtet sowas nicht gerade
ein.


Ja, so wird das gehandhabt. Ich habe über die Anwendung mit meiner Betreuerin lange diskutiert und wir haben uns dann darauf geeinigt, da es so gang und gäbe ist bei diesem Bewertungsbogen.

Den Satz
Es sollte nun untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Beziehungsverhalten (es gibt insgesamt 6 verschiedene) und jeweils der Symptomatikgruppe gibt (dafür habe ich Rangkorrelationen nach Spearman gerechnet zwischen den Werten des Beziehungsverhaltens und jeweils der Symptomatikgruppe; so habe ich insgesamt 12 Korrelationen berechnet).

habe ich leider unabhängig davon nicht verstanden. Wo kommen 12
Korrelationen her zwischen Gruppe A/B einerseits und 6 Einstufungen
von Beziehungserhalten andererseits?


Also ich habe die Ratingergebnisse (von 1-4) eines Beziehungsverhaltens einmal sowohl mit den Ratingergebnissen der depressiven Symptomatik als auch mit den Ratingergebnissen der verhaltensauffälligen Symptomatik in Korrelation gesetzt. Da man 6 verschiedene Arten von Beziehungen jeweils mit 1-4 einschätzen kann und ich diese Arten jeweils einmal mit der depressiven und einmal mit der verhaltensauffälligen Symptomatik nach Zusammenhängen untersucht habe, musste ich 12 verschiedene Korrelationen berechnen.

Mit freundlichen Grüßen,

Rina01
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Re: Korrelationsvergleich

Beitragvon PonderStibbons » Di 25. Nov 2014, 10:59

Deshalb habe ich mich für den Fall „Nullhypothese: ρ1 = ρ2
(zwei unabhängige Stichproben)“ entschieden, da ich ja zwei unterschiedliche n-Werte habe und nicht für „Nullhypothese: ρab = ρac (eine Stichprobe)“, denn da muss ich ja ein gemeinsames n einbeziehen.

Der springende Punkt ist, ob Du anhand derselben Leute Korrelation A/B versus A/C
vergleichst, oder ob Du in 2 unterschiedlichen (Sub-)Gruppen dieselbe Korrelation X/Y
vergleichst. Letzteres ist hier der Fall.
Und zweitens bin ich mir nicht ganz sicher mit der Interpretation des berechneten z-Wertes. Diesen vergleiche ich ja auf dem 5%-Niveau haben bei einem zweiseitigem Test mit dem kritische Werte von ±1,96 und bei Werten die kleiner sind, kann die Ho verworfen werden und bei größeren Werten darf die Ho nicht verworfen werden.

H0 wird beim zweiseitigen Test verworfen, wenn z größer ist als der
kritische Wert +1,96 oder kleiner als der kritische Wert -1,96. Also
außerhalb des Intervalls liegt, das von -1,96 bis +1,96 reicht.

Mi freundlichen Grüßen

P.
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Re: Korrelationsvergleich

Beitragvon Rina01 » Di 25. Nov 2014, 22:09

Vielen Dank für die Hilfe !!!
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