mehrere Fragen: Testwahl, Skalierung

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

mehrere Fragen: Testwahl, Skalierung

Beitragvon rulsn » Di 16. Dez 2014, 16:02

Hallo zusammen,

ich habe das Forum schon reichlich nach meinen Problemen durchsucht aber nicht wirklich eine Antwort gefunden. Vielleicht könnt ihr mir da weiterhelfen. Falls meine Fragen schon mal irgendwo beantwortet wurden tut es mir leid und ihr könnt mich vielleicht auf das Thema hinweisen?

Aufbau:
1 Gruppe mit Daten zu verschiedenen Zeitpunkten (insgesamt 6). Zu vergleichen sind Zeitpunkte 1 mit 2, 1 mit 3, 1 mit 4 usw.. Als Daten habe ich in der Regel Blutwerte.

Folgende Fragen habe ich:

1.
Einige Werte sind prozentual angegeben und der Normwert liegt beispielsweise zwischen 50 und 150%. Manchmal ergab die Analyse jedoch Werte die da lauten >149. Nun ist die Frage wie gehe ich mit diesen Werten um. Meine Überlegung war, bei den Daten bei denen das vorkommt überzugehen in eine Ordinalskalierung nach dem Prinzip erniedrigt, normal und erhöht. Oder wäre das eher als Nominalskaliert zu bezeichnen? Ich dachte eher an Ordinalskalierung, da Trichotomie und Transitivität ja gegeben sind. Ein Freund sieht das eher als Nominalskaliert an, daher bin ich mir nun unsicher. Und ist diese Einteilung dann eine Lösung meines Problems oder könnte man mit den ">X"-Werten auch anders umgehen?

2.
Wenn ich nun die Einteilung nach Ordinalskalierung nutze (sofern richtig) und testen will ob es einen Unterschied zwischen 1 und 2 oder 1 und 3 gibt, welcher Test ist dann anzuwenden? Ich dachte an den Wilcoxon-Test mit 2 verbundenen Stichproben die jeweils die 2 Werte zu den 2 Zeitpunkten sind. Ist das korrekt?

3.
Bei den anderen Werten bei denen alles ok ist mit den Daten, ist es da richtig (auch wieder Vergleich der 1 Gruppe zu den verschiedenen Zeitpunkten) eine einfaktorielle ANOVA zu machen?

Ich danke schonmal im Voraus für eure Antworten.

Viele Grüße
rulsn
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Re: mehrere Fragen: Testwahl, Skalierung

Beitragvon PonderStibbons » Di 16. Dez 2014, 16:13

Einige Werte sind prozentual angegeben und der Normwert liegt beispielsweise zwischen 50 und 150%. Manchmal ergab die Analyse jedoch Werte die da lauten >149.

Du nimmst die Werte, wie Du sie erhalten hast, inclusive
dem maximalen Wert (> 149), aber behandelst diese Messungen
als ordinal.
Ich dachte an den Wilcoxon-Test mit 2 verbundenen Stichproben die jeweils die 2 Werte zu den 2 Zeitpunkten sind.

Der liegt nahe. Normalerweise würde ich aber erstmal
einen Globaltest über alle Zeitpunkte in Betracht ziehen
(Friedman Test).

Bei den anderen Werten bei denen alles ok ist mit den Daten, ist es da richtig (auch wieder Vergleich der 1 Gruppe zu den verschiedenen Zeitpunkten) eine einfaktorielle ANOVA zu machen?

Messwiederholungs-Varianzanalyse (alle Zeitpunkte simulan),
t-Tests für abhängige Messungen (Vergleich zweier Zeitpunkte).

Bei paarweisen Vergleichen zwischen Zeitpunkten muss man
gegebenenfalls das Problem multiplen Testens berücksichtigen,
z.B. durch Bonferroni-Korrektur des Signifikanzniveaus oder
Vorgabe eines konserbativeren Niveaus wie p < 0,01.

Mit freundlichen Grüßen

P.
PonderStibbons
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Re: mehrere Fragen: Testwahl, Skalierung

Beitragvon rulsn » Mi 17. Dez 2014, 18:08

Hallo,

erstmal vielen Dank für die Antwort! Das hat mich schon um einiges weiter gebracht!

PonderStibbons hat geschrieben:
Einige Werte sind prozentual angegeben und der Normwert liegt beispielsweise zwischen 50 und 150%. Manchmal ergab die Analyse jedoch Werte die da lauten >149.

Du nimmst die Werte, wie Du sie erhalten hast, inclusive
dem maximalen Wert (> 149), aber behandelst diese Messungen
als ordinal.


Die Idee ist prinzipiell besser als meine, das Problem dabei ist nur, dass >149 nicht der Maximalwert ist. Es gibt noch einen Wert >150. Das merkwürdige daran ist, dass der Wert >149 als normal gilt, der Wert >150 nicht mehr. Für alle Werte darunter ist es sicherlich kein Problem. Gibt es hier eine einfache Lösung die sich mir nicht erschließt? Und falls ja wie ließe sich das Ganze in SPSS übertragen?
rulsn
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