Ich brauche Hilfe ob etwas überhaupt rechenbar ist

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Ich brauche Hilfe ob etwas überhaupt rechenbar ist

Beitragvon srk02 » So 8. Feb 2015, 13:58

Hallo alle,
ich habe ein Problem und hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.

Ich habe für meine Doktorarbeit ein Patientenkollektiv auf die Genauigkeit von CT-Untersuchungen bei Kopf-Tumoren ausgewertet.
Das Kollektiv wurde nach Erhebung in 3 Sub-Kollektive unterteilt.
Diese Kollektive unterschieden sich sowohl in der Patientenanzahl wie auch in der auf die CT folgende Therapie.
Die Arbeit ist kurz vor der Abgabe und nun wollte mein Doktorvater gerne die Ergebnisse untereinander vergleichen.

Ich habe nun folgende Frage :
Gibt es eine Möglichkeit die Ergebnisse (es wurde jeweils Sensitivität und Spezifität ermittelt) dieser drei Kollektive (obwohl sie so unterschiedlich sind) zu vergleichen und eine Signifikanz zu ermitteln?

Falls es etwas hilft:
Die Gemeinsamkeit der Kollektive war wie gesagt der CT Befund, dann trennte sich der Therapiepfad entweder in OP mit histologischem Präparat oder einfache Probeexzision mit histologischem Schnellschnitt und dann Radio-Chemotherapie

Ich wäre Euch wirklich sehr dankbar wenn ihr mir helfen könntet!!

SRK
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Re: Ich brauche Hilfe ob etwas überhaupt rechenbar ist

Beitragvon bele » So 8. Feb 2015, 14:44

Welche Daten wurden erhoben, in welchem Skalenformat liegen sie vor, hinsichtlich welcher Daten soll der Gruppenvergleich erfolgen, um welche Stichprobenumfänge geht es ungefähr? Sensitivität und Spezifität der CT hinsichtlich welcher Aussage? Die Zuordnung in die drei Therapiegruppen erfolgte ja wohl kaum zufällig, sondern sie erfolgte bestimmt (auch) aufgrund der CT. Bitte erklär mal, worum es geht und was ihr wissen wollt.

LG,
Bernhard
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Re: Ich brauche Hilfe ob etwas überhaupt rechenbar ist

Beitragvon srk02 » Mo 9. Feb 2015, 14:39

Hallo Bernd, danke für deine Hilfe. Ich tue mir in Statistik einfach schwer.

Ich hatte ein Datenkollektiv von insgedamt 184 Patienten (retrospektiv ausgewertet).
Alle hatten ein Kopf-CT mit Tumorstaging vor Therapie bekommen. Dieses Gesamtkollektiv unterteilte sie je nach Therapiepfad dann in 3 Gruppen.
Sensitivität und Spezifität wurden in Bezug auf die Genauigkeit der CT einen Tumor als solchen zu erkennen erhoben.
1.Gruppe: Die Goldstandard-Gruppe (69 Patienten)mit CT und anschließender OP mit Präparat-Gewinnung. Dadurch konnte man die Genauigkeit des CT Staging überprüfen.
Hier war die Sensitivität 72,5% und die Spezifität 100%
2. Gruppe: Die Biospie-Gruppe (73 Patienten) mit CT und nachfolgender Biopsie aus dem Tumerverdachtsgebiet. Dadurch wurde nur festgestellt ob Tumorgewebe vorhanden war, aber nicht wie genau das Staging zutreffend war. Dies wurde durch die nachfolgenden Therapien wie Chemo oder Radio ja verhindert, es gab auch keine OP.
Hier war die Sensitivität 97,2% und die Spezifität 99,7%
3. Gruppe: Die Rezidiv-Gruppe (42) Patienten. Diese Gruppe unterteilt sich wie die beiden oberen Gruppen auch nochmal in einen Subgruppe mit CT und OP (18 Patienten/ Hier war die Sensitivität 92,2%, die Spezifität konnte nicht errechnet werden da wir kein Kontroll-Kollektiv hatten) und in eine Subgruppe mit Biopsie+Radio/Chemo ohne OP (24 Patienten/ Hier war die Sensitivität 94,7% und die Spezifität 96,3%)

Wir würden nun gerne wissen ob man für den Vergleich der Ergebnisse von Gruppe 1 und Gruppe 2 eine Test anwenden kann, bzw. berechnen kann ob es einen (signifikanten) Unterschied zwischen den Gruppen gibt oder ob sie einfach zu unterschiedlich sind um sie zueinander in Bezug zu stellen ( was auch ok wäre).
Ich hoffe ich konnte die Fragestellung verständlich formulieren.

Danke für die Hilfe :)
LG SRK
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Re: Ich brauche Hilfe ob etwas überhaupt rechenbar ist

Beitragvon bele » Mo 9. Feb 2015, 16:42

Hallo srk02,

lass uns die Fragestellung mal vereinfachen:

Wir würden nun gerne wissen ob man für den Vergleich der Ergebnisse von Gruppe 1 und Gruppe 2 eine Test anwenden kann, bzw. berechnen kann ob es einen (signifikanten) Unterschied zwischen den Gruppen gibt oder ob sie einfach zu unterschiedlich sind um sie zueinander in Bezug zu stellen ( was auch ok wäre).


Wir lassen also Gruppe 3 mal außer Acht und auch die "Genauigkeit des Stagings". Wir wollen also Sensitivität und Spezifität in Gruppe 1 und Gruppe 2 miteinander vergleichen.
Sensitivität ist P(positiv erkannt|tatsächlich positiv). Ich verstehe das als P(CT findet Tumor|Pathologe findet Tumor).
Spezifität ist P(negativ erkannt|tatsächlich negativ). Ich verstehe das als P(CT findet keinen Tumor|Pathologe findet keinen Tumor).

Jedes dieser P lässt sich als Bruch aus absoluten Patientenzahlen darstellen. Solche Brüche kann man miteinander vergleichen. In R würde ich dafür die Funktion prop.test() verwenden, wie sie hier dargestellt wird:
http://stats.stackexchange.com/question ... e-p-values
http://cran.r-project.org/doc/contrib/L ... _prop.html
https://stat.ethz.ch/R-manual/R-patched ... .test.html

Da es sich um eine medizinische Fragestellung handelt arbeitet Ihr wahrscheinlicher mit SPSS. Versuch mal sowas wie "two sample proportions SPSS" in der Suchmaschine Deiner Wahl (Treffer wie diese: http://www.math.hope.edu/stats/SPSS.pdf https://www.youtube.com/watch?v=QaEjRSVG02E )

LG,
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