Hallo Forum,
ich habe mir Gedanken zur Auswertung einer Retest-Reliabilitätsanalyse gemacht und hätte gerne Vorschläge bzw. Meinungen zu meinem geplanten Vorgehen.
Wir messen an Patienten eine intervallskalierte Eigenschaft E mit einem Messverfahren M. Ich vermute, dass die Retest-Reliabilität von M bei hohen Werten von E besser ist als bei niedrigen Werten von E. Also zeichne ich erstmal ein Bland-Altman-Diagramm (also Mittelwert der beiden Messungen pro Patient auf der x-Achse und Differenz der beiden Messungen auf der y-Achse) und erwarte, dass ich ein dreieckiges Muster finde, also bei kleinen Werten von E eine große Streuung und bei großen Werten von E eine kleine Streuung. Soweit dürfte das unbestritten sein.
Als nächstes möchte ich die Hypothese inferenzstatistisch testen. Dazu habe ich mir folgendes Vorgehen überlegt: Ich zeiche eine Abwandlung des Bland-Altman-Diagramms, bei der ich bei unveränderter x-Achse auf der y-Achse nicht die Differenzen sondern die Beträge der Differenzen beider Messungen abtrage. Dann müsste ich links höhere und rechts niedrigere Werte erhalten. Nun würde ich eine Regressionsgerade durch diese Punktwolke legen und testen, ob deren Steigung signifikant negativ ist (95%-Ci der Steigung umfasst nur negative Werte bzw p für die UV "Mittel der Messwerte" ist <.05).
Ist das ein nachvollziehbares und sinnvolles Vorgehen? Gibt es ein besseres oder besser etabliertes Vorgehen für die Frage, ob die Retest-Reliabilität von der Messgröße abhängig ist?
Vielen Dank,
Bernhard
PS: Zur Fallzahl: Derzeit mache ich eine erste Zwischenauswertung mit n=25, denke aber, dass wir so etwas wie n=60 erreichen werden.